Die Kunst des Zeichnens.
David Macaulay & Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen

 

Kostenfreie Studioausstellung 27.03. – 21.07.2019

 

Die Ausstellung präsentierte ausdruckstarke Kohlezeichnungen von Funden der keltischen und römischen Zeit, die im Rahmen eines außergewöhnlichen Projektes entstanden: Im März 2019 bot der preisgekrönte Grafiker David Macaulay (Vermont/USA) im kelten römer museum manching einen Zeichenkurs für Oberstufenschüler aus Pfaffenhofen a.d. Ilm an. Unter Macaulays Anleitung entwickelten sie ein beeindruckendes Gespür für die archäologischen Objekte. Neben den Schüler-Werken war auch eine neue Zeichnung von David Macaulay zu sehen. Sie zeigte die berühmten Achsnägel mit Raubvogelköpfen aus dem keltischen Oppidum von Manching.

Die Studioausstellung gab zudem einen Überblick über Macaulays publizistisches Œuvre, für das er mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem 1975 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Den Schwerpunkt bildete seine Grafik-Novelle »Motel der Mysterien«, die augenzwinkernd die Altertumswissenschaften und unsere heutige Gesellschaft auf die Schippe nimmt: Der Hobby-Archäologe Howard Carson entdeckt im Jahr 4022 nach (!) Christus eine vermeintliche Kult- und Grabstätte der rätselhaften Yankee-Kultur, die 2020 urplötzlich zugrunde gegangen war. Carson kann sein Glück kaum fassen, als er auf ein ungestörtes Grab stößt, das noch mit einem »Do not disturb«-Siegel verschlossen ist. Schritt für Schritt entschlüsselt Carson die Rätsel des »Motels der Mysterien«.

Einige Highlight-Funde aus Carsons Ausgrabungen – das heilige Siegel und Schmuckstücke der Yankee-Priester – haben sogar den Weg in unsere Studioausstellung gefunden. Im Rahmen einer Mitmachstation konnten die Gäste die Priestertracht auch selbst anlegen und die geheimnisvollen Totenrituale der Yankees nachstellen.

 

Zeichenkurs für OberstufenschülerInnen des Schyren-Gymnasiums Pfaffenhofen.
Eine Schülerin widmet sich dem keltischen Steinkopf von Mšecké Žehrovice.
David Macaulay zeichnet die berühmten Raubvogelköpfe aus dem keltischen Oppidum von Manching.
Zeichnungen von David Macaulay und von SchülerInnen des Schyren-Gymnasiums in der Manchinger Sonderausstellung.
Vitrinen und Banner zum Macaulays Œuvre, rechts zum »Motel der Mysterien«.
Mitmachstation zum Priesterornat der Yankees.
Vorstudie einer Schüler: Zu Beginn des Kurses hatte Macaulay die SchülerInnen aufgefordert, einen Schuh auszuziehen und diesen aus ungewöhnlicher Perspektive zu zeichnen.
Römisches Gürtelblech mit Lupa Romana aus Oberstimm auf der Zeichnung einer Schülerin.

Kostenfreier Vortrag

David Macaulay bei seinem Abendvortrag im kelten römer museum manching.

Mittwoch · 27.03.2019 · 18:00 Uhr
David Macaulay (Rhode Island School of Design, Providence / USA)
Das Motel der Mysterien – Ein archäologisches Szenario der Zukunft

Wir schreiben das Jahr 4022 nach (!) Christus. Der Selfmade-Archäologe Howard Carson spürt auf dem nordamerikanischen Kontinent rätselhafte Relikte der Yankee-Kultur auf, die durch die Katastrophe des Jahres 2019 urplötzlich zugrunde gegangen war. An einer breiten Prozessionsstraße legt Carson einen Gebäudekomplex frei, der von den Yankees als »Motel« bezeichnet wurde. Der Archäologe ist sich sicher: Es muss sich um eine bedeutende Kult- und Grabstätte handeln.

Carson kann sein Glück kaum fassen, als er auf ein ungestörtes Grab stößt, das noch mit einem »Do not disturb«-Siegel verschlossen ist. Im Inneren finden sich neben zwei Bestattungen zahllose Kostbarkeiten, darunter ein großer Altar mit gläserner Front, der zur Kommunikation mit den Göttern diente, sowie ein Weihwasserwedel aus purem Plastik, den man neben einer heiligen Quelle platziert hatte. Schritt für Schritt entschlüsselt Howard Carson die Rätsel des »Motels der Mysterien«.

In seiner gleichnamigen Grafik-Novelle beschreibt der berühmte Autor und Grafiker David Macaulay auf humoristische Weise, welche Spuren unsere heutige Zivilisation wohl hinterlässt und wie künftige Forscher diese Relikte fehldeuten könnten. Augenzwinkernde Verweise auf reale Entdeckungen und Persönlichkeiten der Archäologie inklusive! Macaulay wurde vor allem durch seine Kinder- und Jugendbücher zu archäologischen und technischen Themen berühmt, die in zwölf Sprachen erscheinen und vielfach ausgezeichnet sind, unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

Macaulay gibt in seinem englischsprachigen Vortrag nicht nur einen Überblick über Story und Zeichnungen des »Motels der Mysterien«, sondern beschreibt auch die Genese des 1979 erschienen Buches von der ersten Idee über Fotostudien und Entwurfsskizzen bis hin zur Umsetzung der prägnanten Tuschezeichnungen. Dabei erfahren die Besucher, was es mit einem Anatomieskelett in Macaulays VW auf sich hatte, wie seine Verwandten und er selbst als Modelle herhalten mussten und dass es mit der Ausstellung »Great Moments in Architecture« schon einen nicht minder grotesken Vorgänger gab. Im Anschluss an den Vortrag signiert Macaulay Exemplare des »Motels der Mysterien«, die im Museumsshop erhältlich sind.

Öffentliche Führung

Sonntag · 19.05.2019 · 13:00 Uhr

Anlässlich des Internationalen Museumstages, der 2019 unter dem Motto »Lebendige Tradition braucht Auffrischung!« steht, bietet das kelten römer museum eine öffentliche Führung von Museumsleiter Tobias Esch M.A. durch die Sonderausstellung an. Er erläutert anhand der humoristischen Grafik-Novelle »Motel der Mysterien« von David Macaulay, wie ein Verlust von Traditionen in der Zukunft zu skurrilen archäologischen Fehldeutungen über unsere heutige Zivilisation führen könnte.


Treffpunkt: Museumsfoyer
Teilnehmerzahl: ab 3 bis maximal 20 Personen
Dauer: 45–60 Minuten
Kosten: Die Führung ist kostenfrei!
 

Publikationen

Cover des »Motels der Mysterien«.
Innenseite des »Motels der Mysterien«.

Das Motel der Mysterien

David Macaulay:
Motel der Mysterien 2. Auflage (Mainz 2018).

ISBN: 978-3-961760-38-1
Umfang: 96 Seiten
Verkaufspreis: 19,90 Euro

Externe Leseprobe

 

Artikel in der Bayerischen Archäologie zu Macaulays »Motel der Mysterien« und zu seiner Deutschlandtour im Frühling 2019.

Bayerische Archäologie

Tobias Esch:
Das Motel der Mysterien. Digging for Alternative Facts

Bayerische Archäologie 2019, Heft 1, 10–11

Externer Link