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Manchinger Vorträge zur Archäologie und Geschichte

Meereslust?

Kostenfreier Vortrag über Hafenstädte und Seefahrt in der Antike

von Prof. Dr. Stefan Feuser (Universität Bonn)


Ein prägendes Element der griechisch-römischen Kultur war ihre Ausrichtung auf das Mittelmeer, über das Handel getrieben, Kulturgüter und Ideen ausgetauscht und Kriege geführt wurden. Schiffe und Seefahrt waren in antiker Zeit bereits hoch entwickelt, die bekannte Welt stand über das Mittelmeer hinweg eng miteinander in Verbindung. Hafenstädte waren dabei die entscheidende Schnittstelle zwischen den Lebensräumen Land und Wasser. In Häfen konnten Seefahrzeuge und ihre Besatzung geschützt ruhen, warten sowie Nahrungsmittel und Wasser aufnehmen. Schiffe konnten be- und entladen werden, Reisende konnten sich einschiffen und an Land gehen.

In seinem spannenden Vortrag stellt Stefan Feuser aktuelle Forschungen zu Hafenstädten im Mittelmeerraum vor. Die komplexe Beziehung zwischen einer Hafenstadt und dem Naturraum Küste kann exemplarisch an der Hafenstadt Ephesos in der heutigen Türkei erläutert werden. In einem Zeitraum von 700 v. Chr. bis 500 n. Chr. verlagerte sich die Küstenlinie kontinuierlich, wodurch die Häfen der Stadt regelmäßig verlagert und umgebaut werden mussten.

Eine wichtige Innovation für den Bau von Hafenanlagen stellte die Erfindung des hydraulischen opus caementicium – des römischen Betons – am Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. dar. Durch die Beigabe von sogenannten Puzzolanen konnte er unter Wasser abbinden. Welche neuen Möglichkeiten dieser Baustoff für die Errichtung von Molen und Wellenbrechern eröffnete, wird am Beispiel des Hafens von Caesarea Maritima im heutigen Israel deutlich.

Der Bau von Hafenanlage und damit die Sicherung der Seefahrt war eine Aufgabe, die vor allem hellenistische Könige und römische Kaiser mit großem Aufwand betrieben haben. So wurden für die Versorgung Roms im Mündungsgebiet des Tiber mehrere Hafenbecken und ein System von Kanälen angelegt, dessen Größe und ausgeklügeltes logistisches Konzept im Vortrag näher erläutert werden.

Die Dauerausstellung des kelten römer museums ist am 23.09.2026 bis zum Beginn des Vortrags geöffnet. Eine Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung ist nicht erforderlich. 


Abbildung: Ostmole des Hafens von Leptis Magna im heutigen Libyen bei schwerer See.
© Foto: Stefan Feuser

Termine

DatumUhrzeitBuchungs-Link
23.09.202618:00 ‐ 19:30 Uhr

Museum-Event

Anmeldung
  • Nicht erforderlich (s.u.)!
Veranstaltungsort
  • Mueseumsfoyer
Informationen
  • Kooperation mit dem Keltisch-Römischen Freundeskreis Manching