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Manchinger Vorträge zur Archäologie und Geschichte

Transport von und nach Hallstatt

Kostenfreier Vortrag zum eisenzeitlichen Hafen von Traunkirchen in Oberösterreich

von Prof. Dr. Peter Trebsche (Universität Innsbruck/A) 


Traunkirchen ist seit dem 19. Jahrhundert als bedeutende archäologische Fundstätte am Traunsee bekannt. Bei verschiedenen Baumaßnahmen entdeckte man Gräber aus der älteren Eisenzeit (ca. 800 bis 450 v. Chr.), die in vielen Aspekten mit dem berühmten Gräberfeld von Hallstatt vergleichbar sind. Der Reichtum der Traunkirchner Gräber gibt Anlass zur Vermutung, dass der Ort in der Urgeschichte eine wichtige Rolle im Salzhandel spielte, der von der Saline Hallstatt die Traun abwärts in das Alpenvorland und in das Donautal führte. 

Die Organisation des urgeschichtlichen Handels und des Warenverkehrs kann am besten im Siedlungsbereich untersucht werden, der sich am Ufer des Traunsees auf einer markanten Halbinsel erstreckte. Durch seine naturräumliche Lage und Verkehrsanbindung bietet sich dieser Platz geradezu als Schiffsanlagestelle und Umschlagplatz für den Wassertransport an. Im Gegensatz zu den prähistorischen Gräbern ist der Siedlungsbereich bisher allerdings nur punktuell erforscht. Ein Schiffsunglück im Jahr 1981 führte zur Entdeckung der ersten urgeschichtlichen Funde unter Wasser. 

An diese Jahrzehnte alten Entdeckungen knüpfte im Jahr 2020 ein Forschungsteam bestehend aus Archäologinnen und Archäologen der Universität Innsbruck und des Kuratoriums Pfahlbauten an. Die urgeschichtliche Seeufersiedlung von Traunkirchen wurde mit modernen Prospektionsmethoden untersucht, um den Erhaltungszustand des archäologischen Erbes zu bewerten. Der Vortrag fasst die Ergebnisse zur Rekonstruktion der Paläotopographie in Traunkirchen zusammen. Auf deren Basis werden Überlegungen angestellt, wie der Wassertransport während der Eisenzeit organisiert war und warum ausgerechnet in Traunkirchen die Besiedlung der Hallstattzeit florierte, wo die Besiedlungsschwerpunkte in der vorangehenden mittleren Bronzezeit und später in Mittelalter und Neuzeit doch am Nordende des Traunsees in Gmunden lagen. 

Die Dauerausstellung des kelten römer museums ist am 14.10.2026 bis zum Beginn des Vortrags geöffnet. Eine Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung ist nicht erforderlich. 


Abbildung: Blick vom Kleinen Sonnenstein über den Traunsee nach Norden, links die Halbinsel von Traunkirchen. 
© Wikimedia Commons / Malephi (CC BY-SA 4.0) 

Termine

DatumUhrzeitBuchungs-Link
14.10.202618:00 ‐ 19:30 Uhr

Museum-Event

Anmeldung
  • Nicht erforderlich (s.u.)!
Veranstaltungsort
  • Museumsfoyer
Informationen
  • Kooperation mit dem Keltisch-Römischen Freundeskreis Manching