Mahlen nach Zahlen 

Objekt des Monats März 2026 

Kleine und große Gäste dürfen sich auf zahlreiche Mitmachstationen freuen, etwa zu einer römischen Handmühle zum Mahlen von Getreide.

Getreide, vor allem Weizen, spielte eine wesentliche Rolle in der Ernährung römischer Soldaten. Sie verarbeiteten es zu puls, einem Getreidebrei, der unserem heutigen Porridge ähnelt, oder auch zu Brot.

Die Legionäre erhielten ihre Getreiderationen in »Rohform«, also als unbearbeitetes Korn. Um daraus beispielsweise Brot backen zu können, musste es zunächst mit einer Mühle zu Mehl verarbeitet werden. Doch wie brachten die Soldaten das fertig, wenn sie sich gerade auf einem Kriegszug befanden? Diese Frage kann unser Objekt des Monats März 2026 beantworten: der originalgetreue Nachbau einer römischen Handmühle, lateinisch: mola manuaria. Sie ist noch bis Sonntag, den 22. März 2026, in unserer aktuellen Sonderausstellung »Roms Armee im Feld« zu sehen und zu benutzen.

Handmühlen dieser Art sind bereits für das 2. Jahrhundert vor Christus in römischen Lagern im heutigen Spanien nachgewiesen. Sie wurden allerdings nicht nur vom Militär, sondern auch in zivilen Privathaushalten verwendet. Für die Armee waren sie allerdings besonders praktisch, da sie sich vergleichsweise einfach transportieren und unterwegs einsetzen ließen. Jede Zeltgemeinschaft führte eine Handmühle mit sich, die auf einem Maultier transportiert wurde. Eine Handmühle wog im Durchschnitt rund 20 Kilogramm. Damit schleppte eine Legion rund 120.000 Kilogramm an Mühlen mit sich herum!

Wie die meisten ihrer römischen Vorbilder besteht unser Exemplar aus Basaltlava, einem vulkanischen Gestein. Aufgrund seiner rauen Oberflächenstruktur eignet es sich zum Zerkleinern von Getreide, ist zugleich aber auch robust und widerstandsfähig. Während der römischen Kaiserzeit spielte die Eifel als Abbaugebiet von Basaltlava eine bedeutende Rolle.

Die Mühlen bestanden aus zwei massiven runden Steinscheiben mit einem Durchmesser von rund 30 bis 40 Zentimetern. Die untere Scheibe, Läufer genannt, war nach außen, die obere dagegen nach innen gewölbt. Durch eine kleine Öffnung in der Oberseite wurde das Korn eingefüllt und anschließend der Läufer mit einem hölzernen Handgriff gedreht. Das geschrotete Getreide wurde in einem hölzernen Eimer aufgefangen. Um die Tagesration einer Zeltgemeinschaft zu Mehl zu verarbeiten, benötigte man mit einer solchen Handmühle fast 2 Stunden. Wie Inschriften an archäologischen Funden von Handmühle belegen, meißelten römische Einheiten ihre jeweiligen Namen in die Steine: Unsere Mühle zum Beispiel gehört der Legio XIII Gemina.

Ein Nachteil war, dass häufig feine Steinpartikel ins Mehl gelangten. Diese waren zwar nicht direkt gesundheitsschädlich, führten jedoch zu Zahnabrieb. Dies konnte auch durch moderne Untersuchungen an den Gebissen römischer Legionäre festgestellt werden.

Markus Strathaus

Literatur

M. Junkelmann, Panis Militaris. Die Ernährung des römischen Soldaten oder der Grundstoff der Macht (Mainz 1997) 110–119.

M. Junkelmann, Die Legionen des Augustus, 15. Auflage (München 1997) 313–314.