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Objekt des Monats Januar 2026

Im kelten römer museum gibt es viele Ausstellungsstücke zu entdecken. Einige fallen neben den archäologischen Highlights vielleicht nicht sofort ins Auge, doch auch sie haben spannende Geschichten zu erzählen!
In unserer Reihe »Objekt des Monats« stellen wir ausgewählte archäologische Funde und weitere Exponate aus unserer Dauerausstellung oder einer aktuellen Sonderausstellung näher vor.
Nur für den Fall, dass Ihr römischer Soldat oder Händler seid, ein Gefährt verkaufen wollt und Euch bezüglich des Verkaufspreises unsicher seid: Der berühmte römische Rennwagenfahrer Ralphus Sandalarius, einst gefeierter Star des Circus Maximus, kann Euch diese Frage sicher beantworten.
Unser Objekt des Monats im Januar 2026 kann euch jedenfalls die Frage beantworten, welchen wichtigen Wert Transportwagen für die Logistik der römischen Armee hatten. Es handelt sich um den originalgetreuen Nachbau eines vierrädrigen römischen Transportwagens aus der Zeit des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr., der im Foyer als Appetizer auf unsere aktuelle Sonderausstellung »Roms Armee im Feld« hinweist.
Derartige Gefährte wurden sowohl von römischen Händlern als auch vom Militär zum Transport von Lebensmitteln und schwerem Gepäck genutzt. Sie konnten rund 500 Kilogramm Ladung aufnehmen und eine Strecke von bis zu 30 Kilometern am Tag zurücklegen. Gezogen wurden sie meist von zwei Ochsen. Es gab auch Modelle in etwas leichterer Bauweise, vor die man Mulis spannte (1 Muli = ½ Pferd x 2 = 1 Pferd, also etwa 1 PS).
Unser Wagen ist mit Getreidesäcken, einem Fässchen und Ton-Amphoren beladen. Die längliche Amphore – übrigens eine Leihgabe der I. Römerkohorte Opladen – war für Wein, die kugelige dagegen für Olivenöl bestimmt.
Lastwagen waren bei der Versorgung römischer Soldaten in vielerlei Hinsicht von wichtiger Bedeutung: Zum einen ermöglichten sie einen Güterverkehr zwischen Anlegeplätzen von Transportschiffen und Vorratsspeichern an Land, zum anderen wurden sie von marschierenden Truppen mitgeführt. Letzteres war allerdings in erster Linie bei größeren Verbänden der Fall.
Der Einsatz der Transportvehikel setzte jedoch geeignete Straßen und Wege voraus. Bei Bedarf wurden diese von Pionier-Einheiten angelegt. War das Gelände hingegen besonders unwegsam, transportierte man das Gepäck bevorzugt auf Lasttieren (siehe hierzu unser Objekt des Monats im Juli 2025).
Je länger der Tross einer Armee wurde, desto größer wurde auch die Angriffsfläche, die er Feinden bot. Für eine ideale Marschformation empfiehlt daher Vegetius in seinem Militärhandbuch, die Transportwagen zum Schutz in der Mitte der Kolonne fahren zu lassen, während bewaffnete Legionäre auf beiden Seiten marschieren.
Markus Strathaus
Literatur
M. Junkelmann, Panis Militaris. Die Ernährung der römischen Soldaten oder der Grundstoff der Macht (Mainz 1997) 58–62
M. Junkelmann, Die Legionen des Augustus, 15. Auflage (München 2015) 314–315
J. P. Roth, The Logistics of the Roman Army at War (264 BC–AD 235) 79–84
Autor:innen der Reihe
Dr. Markus Strathaus
Jasmin Braun M.A.
Maria Braun B.A.
Arwen Deyhle B.A.
Tobias Esch M.A.
Fabienne Karl M.A.
Henrike Wachsmuth M.A.
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